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So 11.Jan 98:
Langfilm: Grand Canyon (US 91, Lawrence Kasdan)
mit Danny Glover .... Simon
Kevin Kline .... Mack
Steve Martin .... Davis
Mary McDonnell .... Claire
Mary-Louise Parker.... Dee
Vorher Szenen aus Filmen zu den folgenden Themen:
Zuerst die Filme, dann die Thesen.
Aber mit amerikanischen Filmen hab ich trotzdem so meine Probleme. In Wirklichkeit gibt es nur drei sehr gute amerikanische Filme: "Jenseits der weißen Line", "Miami Blues" und "Bad Lieutenant". "Exotica", "Pulp Fiction" und "Point Break" gehören zwar auch zu meinen Lieblingsfilmen, sind aber nicht unbedingt sehr gut.
Das Land das weltweit am zweitmeisten Filme pro Jahr produziert, macht nur Scheisse. In einem Land, das wahnsinnig gute Schauspieler hat, gibt es fast keine guten Regisseure. In Indien (dem größten Filmproduzenten) wie im fernen Osten sieht man, daß Kommerzkino nicht unbedingt schlecht sein muß. Es muß also was mit dem amerikanischen Publikum faul sein...
Nach jedem Punkt gibts eine Abstimmung Pro/Contra.
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Zapping
Der Untergang des amerikanischen Imperiums: Früher gab es noch politisch bedeutende Filme, wie zB. von Norman Jewison, Joseph Losey, ... heute nur mehr Bigelow und Konsorten. Zitat: "- In Variationen entwickle ich die Hypothese, daß die Idee vom persönlichem Glück immer dann literarisch bedeutsam wird, wenn die Ausstrahlungskraft einer Nation oder einer Zivilisation immer kleiner wird. - Und was ist Ihrer Meinung nach persönliches Glück? - Das ist die Idee, daß man in seinem Alltagsleben für das was man getan hat, stets sofort belohnt wird und daß der Umfang dieser Belohnungen eigentlich den normativen Parametern für das Gelebte bildet. - Könnten Sie das unsereren Hörern mit einem Beispiel veranschaulichen? - Ja, zum Beispiel die Institution Ehe. ... Das bedeutet, daß eine gute Ehe überhaupt nichts mit dem persönlichem Glück der beiden verheirateten Individuen zu tun hat. Die Frage stellt sich villeicht nicht einmal. In einer unterentwickelten Gesellschaft sind ja auch erst einmal das Wohlergehen der Gesellschaft und ihnre Zukunft wichtiger als die augenblickliche persönliche Zufriedenheit. Diese Sucht nach ausgeprägtem persönlichem Glück, dem wir derzeit in unserer Gesellschaft beobachten, hat der historisch betrachtet nicht mit dem beginnenden Untergang des amerikanischen Imperiums zu tun?" The Player: 1. Die Beziehung zur Eisprinzessin, am Tag der Beerdigung ihres Freundes (übrigens vom selben Autor wie Deep Cover) 2. Wie man in Hollywood einen erfolgreichen Film macht (das "Happy End" Dilemma) Basic Instinct: Spielende Psychologen. Verhör mit dem Bein-Überkreuzen. Lightsleeper: Psychologische Beratung. Die Frage nach dem persönlichen Glück kann nur durch sich selbst beantwortet werden. MASH: Es wird schrecklich viel gebetet.
Frank Gehry - Architektur in LA: "Am Abend wird aufgeräumt, nicht erledigte Arbiet mitgenommen oder im Computer gespeichert. Nirgends findet man Aktenberge, Papierstöße oder staubige Büros. Das System zwingt zu einer Arbeitsweise, die an einem anderem Ort, zu Hause oder an einem anderen Ort weitergeführt werden kann. Eine ungezwungene lockere und positive Athomsphäre breitet sich überall aus." ... Justine: Intelligente Durchschnittsbürger: Saudumme Anmache im Sexshop. Rein zufällig der größte Pornohit 1995 Kids: Jungfrauen ficken, drüber reden, über Schwule lästern, Schwarze klopfen.
Die Kosten für Mietautos bestehen nur zum geringen Teil aus der Miete, das meiste ist die Versicherung.
In Oakland bei San Francisko und in Washington soll es so ähnlich sein, obowhl ich in Oakland einmal die falsche Abfahrt genommen habe und trotzdem noch lebe. Naja, die Fensterscheiben waren unten.
Eine Stadt so groß wie die Untersteiermark. Stundenlang nur Häuser. Und dann die Wüste. Und lauter Verrückte. Noch ärger als in New York.
Mein typischer Los Angeles Film ist mit Steve Martin. Hier gibts Zitate aus Menace II Society.
Strange Days: Am Silvesterabend vor 2000 werden größere Unruhen prophezeit, weil der schwarze Rapstar mit politischem Engagement von Polizisten ermordet wird. Daneben werden auch noch andere ermordet, aber das Fest endet dann doch nicht im Chaos. Der Tag der Heuschrecke: Starkult 40 Jahre früher passierte das gleiche schon mal. Endzeitphantasien eines Europäers (Schlesinger) und Massenhysterie in Hollywood. [Lange Pause um nach dem "Grauen" (Das Grauen, Apokalypse Now) Zeit fuer die Katharsis zu geben]
Jenseits der Weißen Linie (Deep Cover): "Was ist der Unterschied zwischen einem Schwarzen und einem Nigger?" Kann Gott da helfen? Larry Fishburne wird von der Macht der Drogen und des Geldes korrumpiert. Bleibt aber Held. Miami Blues: Der Held ist bemerkenswert sympathisch wie unsympathisch. Gewalt und Liebe bilden ein eigenes Gesetz. Und als Gewalttäter muss man etwas Rücksicht auf gewisse Eigenheiten nehmen. Bad Lieutenant: Am Anfang die Schwester nackt im Krankenhaus, dann die Szene mit den 2 Jersey Mädchen. Zum Schluß der Absturz und die Vision.
True Romance:
Ist die Frau jetzt stark oder dumm?
Nur Männerphantasien?
Sex, Lies & Videotape:
"Ich die ganze Woche über an nichts anderes als an Müll
gedacht."
"Und vor allem weil man nicht weiß was mit ganzem Müll passieren
soll."
"Die Beziehung zu meinem Mann? Na ja, ganz gut, in Anbetracht der
Tatsache dass ich es nicht aushalte wenn er mich anfasst."
New Years Day:
typisches upperclass Partygeschwaetz. Jaglom ist für mich der Woody
Allen meiner Generation, dem Allan zu verrückt und Linklater zu
langweilig ist. Nein wirklich. Jaglom hat Herz und Moral im
Gegensatz zu den anderen. Das Thema passt auch zu unserem, eine
Silvesterparty in New York mit bunt durcheinandergewürfelten Gästen.
The Big Chill:
Dieser Film, der beste vor Grand Canyon von Kasdan, ist durch kurze
Szenen nicht zu beschreiben, deshalb nur einige kurze Ausschnitte.
8 Freunde vom Collegezeiten treffen sich anläßlich des Selbstmordes
eines Kumpels. Seine Freundin wohnt noch dort - Meg Tilly. Damals
hab ich mich unsterblich in sie verliebt. Und alles dreht sich um
die nie gestellte Frage: Warum? Ist sie schuld? War er schuld? Die
Lösung hat nichts mit diesen Fragen zu tun. Aber doch mit ihr.
u.a.:
Meg: They're either married or gay. And if they're not gay, they've
just broken up with the most wonderful woman in the world, or they've
just broken up with a bitch who looks exactly like me. They're in a
transition from a monogamous relationship and they need more space.
Or they're tired of space, but just can't commit. Or they want to
commit, but they're afraid to get close. They want to get close, you
don't want to get near them.
Weiters noch ohne Filme: (aus Zeitmangel)
[lange Pause]
Grand Canyon (in voller Länge)
Mir ist nur diese eine Szene noch in Erinnerung, über das
stehengeblieben Auto in Inglewood, einer Gegend durch man in LA als
Weißer nicht durchfahren sollte. Das wird auch schnell klar. Wie ich
in LA war, war die Geschichte ganz bekannt von dem Touristenpaar
dass aus Versehen in eine Sackstrasse gefahren ist und nicht mehr
lebend rausgekommen ist. Der Film versucht wie einem Wunder gleich
das lecke Schiff durch LA zu faedeln und alles gut und richtig zu
machen und alles geht gut und klappt richtig. Die Polizisten sind
menschlich, die Bösen sind menschlich und das Leben ist menschlich.
Nur der Grand Canyon, die tiefe Schlucht zwischen Schwarz und Weiß
bleibt. Die Träume aber sind besser geworden.
Sehr sehr guter Film.