März: Frühling, Sonne und Diagonale! Die Reihe der außergewöhnlichen Filmmonate Jänner und Februar setzt sich fort, aber wegen der Diagonale traut sich vielleicht keiner was neues anzufangen. Die Kinohochsaison mit ca 12 zu empfehlenden Filmen dauert immer noch an. Wenn man sich überhaupt Zeit nehmen kann. Besser jetzt als später, weil so gut wie jetzt wird's erst wieder im Oktober! Die "Französischen Filmtage im KIZ" vor der Diagonale bringen unter anderem "Le Brodeuses", meinen Cannes 2004 Lieblingsfilm. "Million Dollar Baby" und "Kinsey" sind die beiden besten und bemerkenswertesten großen amerikanischen Produktionen des Monats. Beide überraschen vor allem in der anspruchsvollen Erzählweise. Bei Eastwood's Boxer-Epos "Million Dollar Baby" verärgert nur der auf Oscar getrimmte Schluß. Der Grazstart im März des definitiv besten Film des Jahres Amenábar's "Mar adentro" (Das Meer in mir) mit Javier Bardem als Kämpfer auf das Recht seinen Leben selbst beenden zu dürfen, ist noch fraglich. "Hotel Ruanda" als meine aktuelle Nr.2 2005 ebenso. Gesichert ist "Ein Zuhause am Ende der Welt", der Nachfolger von "The Hours", erneut eine Romanverfilmung von Michael Cunningham. Diesmal ohne die Stardichte, aber erfreuliches 80er Kino über unkonventionelle Lebensentwürfe, und nach Jude Shaw in "Closer", Johnny Depp in "Finding Neverland", darf sich nun auch Colin Farrell beim Publikum rehabilitieren. Überraschend. Dagegen mir allzu melancholisch ist Wong Kar Wai's "2046". Wes Anderson's wunderbar meloncholische Abenteuer-Romantik Hommage an Bill Murray - "Die Tiefseetaucher" - dagegen gefällt mir sehr, viel besser als "Lost in Translation". Reini Urban, Radio Helsinki Filmmagazin, je Fr. 21:00, 92.6MHz -- Photo: http://outnow.ch/Media/Img/2004/Brodeuses/?i=movie%2E1%2F04%2Ejpg&w=1400&h=933&full=1&print=1