Wie immer besticht die Weihnachtssaison durch die besten Filme des Jahres. Filme werden für die Oscars plaziert, die Werbemaschinerie rollt, die Ferien und das Geld der Erbtante laden zum Kinobesuch ein. Hollywood etwa überrascht mit den "Incredibles", "Hautnah" oder "Birth" positiv, und die Studios haben auch noch im Frühjahr viele herausragende Filme auf Lager, die je nachdem wie die Oscarschlacht ausgehen wird auf uns früher oder später anlaufen: Ein Zuhause am Ende der Welt, Finding Neverland, Life Aquatic im Feb., und dann Sideways, Spanglish, Million Dollar Baby und Kinsey. Und auch abseits der Großproduktionen gibt es wieder ein paar Gustostückerl. Der vordergründigste Filmtipp ist natürlich "Darwins Nightmare" im KIZ. Eine öst. Doku über die Folgen der post-imperialistischen (Kriegs-)Wirtschaft am Victoria See, Tansania. Erleuchtend und schockierend. "Maria Full of Grace" (KIZ) ist ein erfrischend realistisches Drogenkurierdrama. Ein kolumbianischer Film von einem New Yorker Regisseur, einem Kollegen der "Monster" Regisseuse, der sich nicht auf die banale und moralisierende Drogendramatik beschränkt. "Seit Otar fort ist" (KIZ), eine russische Familienkomödie, war ein Publikumshit auf der Viennale 2003. "Just a Kiss" (KIZ) vom englischen Gewissen Ken Loach, ist eine optimistische Romea+Julia Romanze zwischem einem Sohn pakistanischer Einwanderer und einer jungen Glasgower Lehrerin. "Hautnah", mein Lieblingsfilm des Monats, ist endlich wieder ein anspruchsvolles Beziehungsdrama, in dem die Probleme nicht "auf amerikanisch" gelöst werden. "Ray", "Aviator" und "A Very Long Engagement" sind weitere programmierte Hits, nur vor "Head in the Clouds" muß trotz Charlize Theron und einer aufregenden ersten Hälfte dringendst abgeraten werden. Reini Urban, Radio Helsinki Filmmagazin neuer Termin: je. Fr. 21:00, 92.6MHz