Kino-Tips im Dezember Die besten Filme liefen in den letzten beiden Monaten, jetzt rüstet sich alles für's große Weihnachtsgeschäft und die Oscar Favoriten werden plaziert. Ein bißchen hab ich dazwischen auch für mich gefunden, die KIZ und Rechbauer Liste fehlt mir aber noch. "Donau, Duna, Dunaj, Dunav, Dunarea" von Goran Rebic (ab 12.12.) Behäbig konstruiertes Roadmovie mit 8 Personen am Schiff. Das Premierenpublikum war restlos begeistert. Bei Agatha Christie würde die seltsam zusammengewürfelte Figurenliste im Vordergrund stehen, hier ist es zum Glück die Landschaft, und die einfache Dramatik der Flussfahrt an sich. Berechenbar, da Happy End: am Ende mündet die Donau ins Schwarze Meer. Rebic ist ein Mann unseres Vertrauens, aber kein guter Drehbuchschreiber. Ein gutes Drehbuch hätte alle überflüssige Figuren entfernt, und sich auf die sentimentalen Nöte des Kapitäns und vielleicht noch pragmatische Schwierigkeiten der Mannschaft konzentriert, der unvermeidbare Kitsch mit serbischen Grenzbeamten, Zigeunerfolklore usw. um alle beteiligten Koproduzenten zu befriedigen, kann auch dort eingebaut werden. Der erste Vorbote des Ost-Euro Puddingkinos, wie er wohl in der Sunrise "Morakonale" zelebriert werden soll. "Mystic River" von Clint Eastwood (ab 28.11.) Oscar Favorit in der Alternativ Schiene, d.h. langsam, sensibel, dunkel und dramatisch. Ganz gut, aber nicht überragend. Über die Verletzlichkeit und Wut von Männern. Ein ähnlich gelagerter Frauenfilm hätte keine Chance gehabt. "Das Wunder von Bern" von Sönke Wortmann (ab 19.12.) Die Fussball WM 58 in der Schweiz brachte neben Österreichs bester Platzierung, Österreichs Wunderteam war schließlich neben den überragenden Ungarn Mitfavoriten, auch einen deutschen Weltmeister. Das Wunder, die zwei Siege über Österreich und Ungarn, wird leider in drei Handlungsebenen, dafür aber mit echten Fussballern nacherzählt. Reini Urban, Radio Helsinki Filmmagazin Jeden Do 16:00, 92.6MHz, www.helsinki.at