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Lovers (1999)

aka Dogma #5

von Jean-Marc Barr
in Kürze im Rechbauerkino. (ab 17.11.)
9 reviews, imdb
Newskritiken:
"Den fand ich schlecht und extrem aergerlich..."
Die definitiv autorisierte Dogma Regel Fassung


Videofreak kritik Deutsch:
Inhalt:
Der Jugoslawe Dragan (Sergej Trifunovic) betritt eine Buchhandlung, um ein Buch des venezianischen Malers Rosetti zu kaufen. Er kommt mit der Verkäuferin, Jeanne (Élodie Bouchez), ins Gespräch, lädt sie auf einen Drink ein - noch in der gleichen Nacht werden sie ein Liebespaar. Nicht allein die Tatsache, daß sie sich nur auf Englisch (er spricht kaum Französisch, sie nicht Jugoslawisch) verständigen können, belastet ihre Beziehung - es kann schon passieren, daß der Maler Dragan in einem Schaffensrausch für ein paar Tage nicht auftaucht oder von Eifersucht zerfressen wird, wenn Jeanne alte Freunde trifft. Als er eines Nachts von einer Polizeistreife aufgegriffen wird, droht ihm die Ausweisung - Jeanne versteckt ihn und versucht alles, um seinen Verbleib im Land zu sichern. ...


NZZ Kritik Deutsch:
Wenn Jeanne ihr Lachen quer durch die Buchhandlung Dragan zuwirft, er es auffängt, kurz festhält und es dann, mit einem kleinen Drall, zurückspielt - man würde sich den sicher schamlos teuren Band über den venezianischen Maler Rossetti auch einiges kosten lassen, den der junge Mann ohne Geld sucht, nur um ihr möglichst lange möglichst nah zu sein. Diese Jeanne ist eine unbezahlbare Sortimentserweiterung für jede Kunstbuchhandlung und ein Geschenk für jeden Regisseur. Und das französische Kino. Bereits bei André Téchinés «Les roseaux sauvages» (1993) sah sich die Jury veranlasst, Elodie Bouchez den César als «meilleur espoir féminin» zu verleihen. In «La vie rêvée des anges» bewies sie, dass sie mehr als eine Hoffnung war, und nach «Lovers» gibt es keine Zweifel; Elodie Bouchez ist die französisch-frivole Schwester von Audrey Hepburn, das rehäugige Mädchen, das immer ein bisschen verloren wirkt, im Wald sich aber jedem Wolf in den Weg stellt. Wenn also Jean-Marc Barr erklärt, dass er mit «Lovers» einen Film für die Hauptdarstellerin geschrieben habe, ist das nicht bescheiden, sondern klug: Bouchez ist mittlerweile ein Reizwort an der Kasse, obschon es noch ein zweites gäbe: die «Dogma»-Formel.

...

Beschränkung als künstlerische Herausforderung. Die Hälfte der zehn «Dogma»-Gebote - Barr hat die übrigen ignoriert - haben in diesem Fall doch das ermöglicht, was die Absicht ihrer ersten Manifestanten war: Freiheit und Intimität vor und hinter der Kamera. Besonders Privatheit ist hier in reizvollem Masse vorhanden, und die kammerspielartigen Szenen wirken naturalistisch wie ein Bühnenstück von Yasmina Reza. Der Zuschauer beobachtet in der Rolle des Voyeurs einen amour fou, der schon im Keim alle Züge der Tragödie trägt: Die entzückende Pariserin Jeanne, eine impulsive Mädchen-Frau, verliebt sich kopflos in einen geheimnisvollen Mann, von dem sie lange nur den Namen kennt, Dragan (Sergei Trifunovic): ein grosses Kind mit dunklen Augen und dunklem Gemüt.


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Reini Urban • Created: "2000-11-15 rurban" • Last update: "2000-11-21 13:52:48 rurban"