11:00 NÜTZLICHE BILDER. FILM ALS INSTRUMENT DER ARBEITSRATIONALISIERUNG
6 Filme aus dem Österreichischen Produktivitätszentrum (ÖPZ)
Dieses von Ramón Reichert kuratierte Programm präsentiert
kuriose, erkenntnisreiche Filme aus einem bislang kaum
bekannten Wiener Archiv. Die im Rahmen des Marshallplans
entstandenen Auftragsfilme machen den ideologischen
Wiederaufbau im Nachkriegsösterreich der vierziger und
fünfziger Jahre auf sehr anschauliche Weise deutlich: Wie man
Menschen in der Fabrik zur Arbeit motiviert, wie man eine
Schachtel am ökonomischsten faltet oder wie man in der Küche
Wegzeiten spart - all das und mehr kann man in diesem
Programm erfahren.
13:00 Kurzfilm-/Videoprogramm 1
Anleitung No. 3 (Person M.) | balance | Beyond
Borderline | Et In Arcadia Ego | fader | it's so
beautiful... | Mit mir | Türvierzehn - reading in
absence
16:00 Michael Klier: Kurzfilme 1
Godards Kameramänner | Interview
Sautet/Godard | Nicht versöhnt. Jean-Marie
Straub in Italien | Roberto Rossellini | Truffaut und
die Frauen
18:30 Normalität 1-10, Die Haider-Show
21:00 Die Kunst der Stunde ist Widerstand
video streams
23:00 Nachtfalter
(kino verlassen nach 60 min, davon 10 min schlaf.)
11:00 Crisis - A Film of the "Nazi Way"
Regie: Burger Hanus, Kline Herbert, Hackenschmied Alexander
Gedreht in den Wochen vor dem Einmarsch der Deutschen Wehrmacht
in der Tschechoslowakei, dokumentiert „Crisis“ die ständig anwachsende
Bedrohung durch Hitler, den NS-Organisationsgrad unter den
Sudetendeutschen und den Widerstand der tschechischen und
slowakischen Bevölkerung. „Sieg Heil!“ schreiende SA-Truppen werden
mit antifaschistischen Arbeitermärschen, Hitler-Reden und Aufnahmen
von kampfbereiten Soldaten an der Grenze montiert: ein rarer,
aufrüttelnder Film über den sich abzeichnenden Untergang eines
demokratischen Staates. Sonderprogramm Synema „Lights out in
Europe“.
13:30 Kurzfilmprogramm 2
Cappy leit | Eine Hälfte der Nacht | für einen
moment | Matchball
16:00 Michael Klier: Kurzfilme 2
Casting | Die kleinen Schwestern der Nouvelle
Vague und Die Viererbande von Jacques Rivette |
Licht von Alekan für Cocteau und Wenders |
Schauspielerei
20:00 Null Defizit, Mein Stern
21:00 Grenzziehungen. Studentische und unabhängige Filme und Videos aus
Österreich und Slowenien.
23:00 Ostkreuz, der zweite klier film
11:00 Lights Out in Europe, Die Todesmühlen zwei sehr wichtige zeitdokumente (für damals und heute) 18:00 Normale Zeiten 21:00 Klier, Ferrari, Überall ist es besser, wo wir nicht sind (deshalb haben wir diese woche einen kieslowski bericht gebracht) 23:00 Klier, Heidi M
11:30 Wenn die Liebe flöten geht
13:30 Wort und Tat
13:30 Politik bilden 2: Chiappas, Ravensbrückerinnen
(Interview Brigitte Halbmayr)
16:00 too soon for sorry
18:30 Grenzziehungen. Studentische und unabhängige Filme und Videos aus
Österreich und Slowenien.
21:00 Cirque(l) du Cinéma, maschek
streams
10:30 homemad(e)
11:00 Preisträgervideos Booz, Allen & Hamilton-Preis 2001
13:30 Politik bilden 3: Wir sind schon da. Initiativen von und für
migrantische Jugendliche.
15:30 Null Defizit, Mein Stern
18:00 Petersburg. Puschkinskaja 10. Von der Kunst des Überlebens
18:00 Schwimmer in der Wüste 18:30 Preisträgervideos 20.30 Preisträgerfilme (Überfall: nach 20 min kino verlassen)
Dieses Jahr stand die Diagonale ganz im Zeichen der Realismusdebatte, der politischen und realistischeren, dh. inhaltlich und auch formal interessanteren Filme. Deswegen und nur deswegen darf die die Diagonale sehr stolz sein, eine ausgezeichnte Programmierung, ein Vorbild für ganz Europa. Die besten Filme waren trotzdem Liebesdramen.
Im Gegensatz zu den ganz, ganz schwachen Experimental- und Animationsfilmen und den drei formal pefekten, aber uninteressanten Genre-Spielfilmen (überfall, fremde, komm süßer tod). Gesehen hab ich ca. 80 Filme. Meine Rangliste der guten Filme:
- Mein Stern (mit haushohem Vorsprung! Der Favorit für 95% der Leute hat nix gewonnen.)
- Echo (titel der Marc-Aurel-Platz doku? war schon im orf)
- Die Ravensbrückerinnen (titel?)
- Matchball
- balance
- Normale Zeiten
- alle Klier TV Dokus
- Lost and found
- Null Defizit
- Die Fremde
- Wort und Tat
- Petersburg. Puschkinskaja 10
- Komm süßer Tod
- Homemad(e)
- Die Haider-Show
- Cappy leit
- Die Kunst der Stunde heißt Widerstand, Rolle 2 (vor allem das Elektrofrühstück. Als Stream in voller Länge am Mi. gesendet. url s.o.)
- Wenn die Liebe flöten geht
- Lost and found
- Code inconnu (ziemlich enttäuschend, aber trotzdem gut)
- Ostkreuz (etwas fader "Sozialporno" für Freunde des langatmigen franz. Filmes)
- too soon for sorry
Dieses Jahr nur fünf und nicht mehr sieben Spielfilme, wie sonst. Aber "Lovely Rita" von Jessica Hausner und "Hundstage" von Ulrich Seidl wurden leider nicht rechtzeitig fertig. Dafür gibt es mehr Kurzspielfilme, die eigentliche Stärke des österreichischen Filmes der letzten Jahre. Der Schwerpunkt dieses Jahr, Animationsfilme, kann mich nicht so begeistern, aber dafür bei den Spielfilmen bessere Qualität: Klier, Haneke, Novotny und auch dieser Pfaundler klingt auch sehr interessant. Die historischen Dokumente sind auch wieder, wie jedes Jahr SEHR interessant. Zuerst das vergrabene 70'er ORF Archiv, dann die DDR Dokus, heuer die Gegenüberstellung Ucicky und die exilierten Größen. Sehr interessant dürfte auch der Kieslowski - Haneke Vergleich werden. Und die gesamte politische und Realismusdebatte. Da gibt's wieder genug Stoff dieses Jahr.Meine Vorabtips: Mein Stern, Null Defizit, Normale Zeiten, Code inconnu, Überall ist es besser wo wir nicht sind, Ostkreuz, Klier 3, Nachtfalter, Matchball, Lost and Found, Cappy leit, balance.
--rurban
"Normale Zeiten" Elisabeth Scharang, Ö 2001
Das FM4 Jugendzimmer, meine Lieblingssendung, als Doku. Angeblich der beste
Ö Film 2001.
Sechs Menschen treffen sich nach fast dreißig Jahren wieder, um gemeinsam ein Hörspiel anzuhören. In dem Wohnzimmer der ehemaligen 68er-Wohngemeinschaft in Wien saßen sie einander im Sommer 1972 schon einmal gegenüber. In der Mitte stand ein Mikrophon. Die Fragen stellte der österreichische Autor Michael Scharang. Aus den langen Gesprächen mit sechs Arbeitern und Arbeiterinnen aus Wien über ihre Lebensumstände und Träume entstand ein dokumentarisches Hörspiel für den WDR. „Das Glück ist ein Vogerl“ steht auf dem Cassettencover. Im Frühjahr 2000 legte die junge Filmemacherin Elisabeth Scharang die alte Audio-Cassette noch einmal ein. Das Sichtfenster der Cassette funktioniert wie eine Sanduhr, läuft über 90 Minuten ab. Die Hörspielprotagonisten von einst sitzen um einen Tisch und lauschen der alten Aufnahme. „Normale Zeiten“ ist ein Film über realgewordene Utopien. Es ist die Geschichte von sechs jungen Arbeitern und Arbeiterinnen, die Anfang der siebziger Jahre aufgebrochen sind ... Ja, wohin eigentlich?
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