Weil ich ein Mädchen bin USA 1999 (But I'm a cheerleader) Regie Jamie Babbit, 89 Min. Sie steht nicht auf schlaberige, triefende Zungenküsse, mag Tofu, ernährt sich vegetarisch und hat keine Fotos von knackigen Männern im Spind. Deshalb ist Eltern und Schulfreunden klar: Megan (Natasha Lyone) ist eine Lesbe. Die Teenager-Welt steht (wie schon in "Cherry Falls") auf dem Kopf. Ansonsten Prüderie predigenden Eltern sind besorgt um die "gesunde" Sexualität ihrer Tochter. Nachdem die kümmerlichen Erzeuger im hinterhältigen Zusammenspiel mit allen Freunden ihre Tochter Megan bei einer Suprise-Party bloßgestellt haben, geht es ab ins Umerziehungsheim für homosexuelle Sprößlinge. Die hier vollzogene Umpolung in fünf Schritten soll eine Art Rehabilitation für die gesunde Sexualität sein. "True directions" will "den wahren Weg" aufzeigen, dabei bildet ein Horrorhaus und die entsprechende -Musik den satirischen Rahmen für einen Alptraum in Rosa. Mit Sprüchen wie "Straight is great" versucht die Institutsleiterin Mary J. Brown (Cathy Moriarty) die verleugnete Homosexualität ihres Sohnes durch die Rettung anderer verirrter Schäfchen zu kompensieren. Dabei sind die Orientierungsübungen beim Rollentraining hochgradig homoerotisch und eigentlich ist das ganze Camp ein Paradies für die junge gleichgeschlechtliche Liebe. Herrlich spöttisch sind auch die simplen psychologischen Erklärungen für die "Abweichung" während der Familientherapie: Von "Vater war arbeitslos, mit fehlte eine Leitfigur" bis "ich bin in Frankreich geboren" reichen die parodistischen Höhepunkte. Derweil versucht eine militante Gruppe von Ex-Ex-Gays, die Kinder vor der Indoktrination zu retten. Die mit Lust gemeine Komödie generiert ihren Spaß immer wieder aus einer verdrehten Situation, die einen ganz realen und extrem grausamen Hintergrund hat. Denn solche Versuche der "Umpolung" wurden tatsächlich praktiziert - bis hin zu Elektroschocks. Der gelungene Filmspaß tänzelt jedoch spielerisch auf der Linie von Humor und Erschrecken. Natasha Lyone ("Slums of Beverly Hills", "American Pie") zeigt sich in der Rolle der Megan als tolle Komödiantin Damit alles gut wird, endet die Liebesgeschichte um Megan auch in einem wunderbar romantischen Finale.