Die Netzwerkfähigkeit von "Arsdoom" ermöglicht die Interaktion von bis zu vier Besuchern. Darüberhinaus ist es möglich über Internet weltweit die von uns geschaffene, virtuelle Umgebung aufzusuchen - "Arsdoom" wird so zu einem Ereignis im telematischen Raum.
Konstruktion der Umgebung:
Auf Grundlage der originalen Baupläne wurde mit Autodesk/Autocad
(einer Standard-CAD-Software) das digitale alter ego des Brucknerhauses
konstruiert.
Mit einer eigenen Autolisp-Routine sind die so erstellten 3-D-Daten in den
Editor unserer Arsdoom-Spielumgebung exportiert worden.
Hier wurde der Charakter der Interaktionen zwischen Besuchern,
den Kunstwerken und dem digitalen Raum definiert.
Ebenso wurde hier das Inventar an "festverdrahteten" Akteuren angelegt,
sowie die, in speziellen Soundeditierprogrammen erstellte,
Geräuschkulisse implementiert. Komplettiert wurde der digitale Raum mit
diversen Oberflächen-Texturen, wobei die eingesetzten Texture-Mappings
entweder durch das Scannen analoger Bildvorlagen oder durch das Digitalisieren
von Videoaufzeichnungen (wie etwa im Fall der das Brucknerhaus
umgebenden Landschaft), entstanden sind.
Schließlich sind in diese Umgebung die digitalen Kunstwerke eingefügt
worden.
Interaktion:
Arsdoom erlaubt ein breites Spektrum von Interaktionen zwischen den digitalen
Representanten der Besucher, den Kunstwerken und Akteuren, die wir als
digitales Personal in diese virtuelle Umgebung implementiert haben.
Für den Charakter dieser Interaktionen sind die beteiligten Künstler
nicht verantwortlich zu machen.
Arsdoom folgt einer Computerspiel-Dramaturgie.
Kommunikation/Redaktion:
Künstler, die ihre Beiträge mit digitalen Techniken erstellt hatten,
konnten wärend der Vorbereitungszeit von einem eigens für dieses Projekt
eingerichteten Internet-Server technische Informationen und Support abrufen,
darüberhinaus erfolgte über diesen Server die Schlußredaktion
der Beiträge. Auch wurde der Informationsaustausch unter den etwa
15 Mitarbeitern, die zum Teil in den USA leben, via Internet abgewickelt.
Stereoskopie:
Neben der Möglichkeit die digitalen Künstlerarbeiten in der
"Arsdoom"-Umgebung zu besichtigen, wurde eine Installation vorbereitet,
die diese Objekte in einer stereoskopischen Simulation visualisiert.
Dabei wurden die von den diversen Künstlern gestalteten Raumabschnitte
in einer digitalen Walk-Through-Animation zusammengefasst.
ars electronica-Besucher haben so die Möglichkeit,
durch das "Arsdoom"-Environment in animierten Stereoskopie geführt
zu werden.
Drei verschiedene optische Systeme werden kommen zum Einsatz:
Ein LCD-Shuttle, ein Prismen- und ein Spiegelsichtgerät.
Das digitale Brucknerhaus, samt Arsdoom-Spielumgebung und digitaler
Ausstellung, kann ebenso wie das von uns eingesetzte Autolisp-Export-Tool
bis zum Ende der ars electronica als Freeware von unserem Server
geladen werden.