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Einfach gesagt mag ich die klassische Moderne, "form follows function" (obwohl Johnson's Wandlung dann peinlich ist), Bauhaus, Roland Rainer, die Grazer Schule (Domenig, Kada, Giencke, Plottegg, usw.), British High-Tech ala Foster, Rogers, usw.
Ich mag nicht die Postmoderne und neuere Computerwixereien ala Koolhaas, MVRDV, Botta, Böhm, Ungers, Venturi/Rauch, Bofill, Hollein, Krier, Riegler/Riewe usw. aber meine Meinung dazu ist nicht allzu radikal. Z.B hat Koolhaas in vielem Recht was er gegen die Franzosen und den überzogenen Kunstanspruch sagt, aber selber ist er auch nicht besser.
Die Postmoderne ist eine durchaus gute und relevante Epoche für den Film und die Literatur, lediglich in der Architektur sehe ich sie am Ziel vorbei. Sie argumentiert hauptsächlich "humanistisch", von den Menschen für den Menschen usw. im Gegensatz zur Technikdominanz. Leider bietet diese Argumentation dann Ausreden sich über kausale Zusammenhänge, nachvollziehbare und argumentierbare Entscheidungskriterien hinwegzusetzen. Willkürliche Beziehungen werden durch historische Bezüge, moderne Samplingtechniken und persönliche Formalentscheidungen verschleiert. Zum Glück sehe ich mich mit dieser Meinung im mitteleuropäischem Raum nicht allein.
Mir persönlich ist die Architektur etwas zu schwierig um sie selber selbstständig zu betreiben, aber ich helfe gerne dabei, damit was gutes dabei rauskommt. Selbst mitgebaut hab ich 10 Jahre lang einiges, u.a. was großes, was schönes und was geometrische kompliziertes. Früher hab ich neben Planungen, auch einige Bilderl und Simulationen gemacht, das hat sich jetzt zum Glück aufgehört. Die Baukunst ist für mich eine gute und attraktive Mischung zwischen Kunst und Wissenschaft. Die alten Griechen sehen sie mit der Musik als höchste der Künste. Die Musik ist mathematisch und emotionell interessant [vgl. Paul von Naredi-Rainer's Buch], die Architektur sozial und in ihrer Komplexität.
Eine Aussage von mir trifft immer wieder auf Verwunderung. Ich sage "Städtebau ist viel leichter als Architektur". Das hat mit meiner aktuellen Arbeit und meiner Definition von "einfach" und Komplexität zu tun, und wird nur für Informatiker nachvollziehbar sein. Deshalb lasse ich es hier lieber und diskutiere sowas in der newsgroup mit Gleichgesinnten.
Einige Schmankerln aus news://de.sci.architektur
"Engineering + culture = architecture",
"Architecture is the most overused word in software engineering today.
Analysis and Design are close on its heels."
"ich finde die grenzenlosigkeit beschneidet die kreativität" ... meinte felix schwenzel. Warum Roger Bundschuh das so nicht stehen lassen konnte, u.a.
Wie soll man damit umgehen?
Gibt es möglicherweise Unterschiede zwischen Architektenkammern und Fachhochschulen einerseits und Fitneßstudios andererseits? meinte Peter Gautschi hier dazu.
Bemerkenswert dazu ist besonders die Diskrepanz der Ansichten des "gemeinen Volkes", d.h.
der Studenten und Nutzer, zu der elitären Architektenschaft, die entweder dem Planer die
Stange halten, oder am Nutzer vorbeiplanten. In ihrer Ignoranz und Arroganz nur etwa
vergleichbar der Ärzteschaft. Historisch vor allem deshalb interessant, daß die moderne
Architektur so eine bedeutende Stellung in der allgemeinen Diskussion einnimmt.
Und kommt bitte nicht mit dem elitären Argument daß das "einfache Volk" keine Ahnung von
Architektur hat! Wo sind wir denn?
Also liebe zukünftige Architekten, schaut euch an, was die Leute zu sagen haben.
Architekturpreis des Landes Steiermark 1998 für "Riegler / Riewe: Informationstechnische Institute der TU Graz".
Insider werden sich vielleicht auch noch an den beeindruckenden Berufungsvortrag des
Planers erinnern.
"Bei einer Studie, die an der Universität Münster durchgeführt
wurde, konnten ganze zwei Prozent der Befragten drei lebende
Architekten nennen, ..."
"Architektur macht Schule"
von Christian Kühn, [nextroom], Presse Spektrum 29.4.2000
"Seit man die Künste in schöne und nützliche einteilt, führt die
Architektur ein seltsames Zwitterdasein. Zwar ist sie durch den Zwang
zur Nützlichkeit belastet, zugleich jedoch dadurch ausgezeichnet, daß,
im Gegensatz zu den anderen schönen Künsten, niemand ohne sie
auskommen kann. Extreme Positionen beziehen in dieser Frage Sir Norman
Foster und Daniel Libeskind."
"Verwertungslogik und Inspiration"
von Christian Kühn
[nextroom]. Presse Spektrum 1.4.2000
"DIE GESCHICHTE IST MEIN GUTER FREUND
Geschichtsklitterung als Entwurfs-Prinzip?", eine Botta Kritik von Nold Egenter,
ein Mirror seiner Website.
(Die Version dort ist nämlich unleserlich. Macintosh Encoding.)
Beser wäre natürlich Bruno Zevi's pointiertere Botta Kritik, aber die gibt's nicht online. zB. "Werk Bauen Wohnen", 4 2000, anläßlich seines Todes am 9.Januar 2000.
Ein kurzer Auschnitt:
Danach gefragt wie er sich zur "Dekontextualisation" von
Borromini's Kirche durch Botta's Modell vorstelle, meinte er: "Äußerst
schlecht. Mario Botta ist von der Symetrie besessen und deshalb nicht
in der Lage, Borromini zu verstehen und schon gar nicht die Kirche
San Carlino, die total schief in der michelangelesken Strada Pia steht."
"Wie hätten Sie", wurde Zevi gefragt, "diese Summe angelegt um Borromini zu feiern?"(gemeint sind die 35.000 Pläne und 3 Millionen Franken für Botta's Borromini Projekt in Lugano anläßlich des 400.Geburtstages) "Meiner Ansicht nach hätte man das Geld besser dazu verwendet, um die Tessiner Architekturschule abzubrechen, dem Erdbeben gleichzumachen und auszuradieren." lautete die dringende Empfehlung des Kritikers.
oder die schiefe Stütze als Position.
oder bunte Computerbilder (Form anstatt Inhalt) als Position.
"... einer der programmpunkte dieser konservativen städtebau-strömung ist ihnen wahrscheinlich bekannt, und zwar der punkt, die straßen als erkennbaren raum wiederherzustellen. das heißt daß man sein auto überhaupt nicht auf der straße parken darf und demzufolge daß man, wenn man überhaupt parken darf, hinter dem laden parken muß. ..."
aus 'New Urbanism' ein Referat von Prof. Jost Meuwissen. Einer dieser oben genannten Epigonen, zur Zeit Professor für Städtebau an der TU-Graz. Ein sehr pointierter Kritiker der Moderne und Postmoderne, ein sehr witziger und sympathischer Kauz. Hoffentlich baut er nichts.
"1. Die Welt ist alles was der Fall ist.
"1.1 Die Welt ist die Gesamtheit der Tatsachen, nicht der Dinge.
1.11 Die Welt ist durch die Tatsachen bestimmt und dadurch, daß es alle Tatsachen sind.
1.12 Denn die Gesamtheit der Tatsachen bestimmt was der Fall ist und auch, was nicht der Fall ist.
1.13 Die Tatsachen im logischen Raum sind die Welt
1.2 Die Welt zerfällt in Tatsachen.
1.21 Eines kann der Fall sein oder nicht der Fall sein und alles übrige gleich bleiben."
- Ludwig Wittgenstein, "Tractatus Logico-Philosophicus", die ersten zwei Sätze kommentiert.
Der Wiener Kreis war der Geburtsort der Wissenschaflichen Moderne. Dazu möchte ich noch das Hilbert'sche Programm, Russel/Whitehead's Versuch der "Implementierung" ("Principia Mathematica") anmerken und dann Gödel's Widerlegung. Russel war ja ein äußerst sympathischer Mensch.
Aber damit und unseren Freunden Bohr und Heisenberg
fing ja der ganze Schmus an.
z.B. [Eklat der Moderne],
["The Bertrand Russell Murder Mysteries", Episode V: "Waiting for Godel"],
[Esoterische Deutungen der Quantenphysik], und [Geomantie und Feng Shui]
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